
Der zweite Tag begann entspannt – pünktlich und gut gelaunt ging’s los mit Auger, die mit Dark-Rock-Vibes das Publikum schon früh begeisterten. Erdling spielten kraftvoll und kündigten ihr neues Album “Mana” an, das im Oktober erscheint. Es folgte [x]-Rx mit treibendem Aggrotech, bevor Stahlmann mit ihren NDH-Hits die Stimmung hielten.
Im Theater mischte sich Wisborg mit einem überraschenden Beitrag ein, und dann kam Suicide Commando mit einem energiegeladenen Best-Of voller Provokation und Visuals – gefolgt von einem heftigen Regenschauer, der die Besucher an der Mainstage voll erwischte. Kritik und Unmut wurde laut über schlecht geschützte Bereiche und die Entscheidungen mancher "Hilfssheriffs" - doch die wie immer hervorragende Security von CCS sorgte auch hier schnell für Ordnung und brachte Ruhe ins nasse Chaos.
Klangstabil boten im Theater düstere Spoken-Word-Elektronik – laut, intensiv und mit einigen Beschwerden zur Lautstärke. Oomph! bestanden erneut als Publikumsliebling mit ihren alten Hits und endeten mit “Augen auf!” – inklusive einem emotionalen Rückblick von Frontmann Daniel Schulz.
Ein emotionaler Moment folgte mit Anne Clark. Zwölf Jahre später zurück, nach überstandener Krebserkrankung, präsentierte sie eine zarte, instrumentale Klanglandschaft, die das Publikum tief berührte.
She Past Away lieferten später Club-Klassiker sowie zwei unveröffentlichte Songs mit Albumankündigung im Oktober.
Den krönenden Abschluss bildeten Lord Of The Lost mit einer glamourösen Show, inklusive kreativer Kostümideen - wie etwa Gared Dirge im Nonnen-Outfit - neuen und alten Hits und emotionalen Worten von Chris Harms: „Das, was ich hier gerade aufsauge, werde ich nie vergessen.“
Fazit
Kritisch anmerken müssen wir zuerst, dass die Logistik – wie auch in den letzten Jahren – rund um die Orbit Stage zu wünschen übrig ließ. Eine dritte Bühne erweiterte zwar das Festivalangebot und die Besucherkapazitäten, aber die Fahrt auf die andere Rheinseite fraß Zeit und war gerade bei Regen oder Gewitter eine Zumutung für die Gäste.
Alles in Allem bot dieses Festival zwei Tage Szene-Energie – mit einem Mix aus Veteran*innen und Neuentdeckungen sowie unvorhersehbaren Wetterbedingungen. Samstag war heiß und voll, Sonntag nass und intensiv – eine stimmungsvolle Mischung, die Lust auf das Jubiläums-Amphi im Juli 2026 macht. VNV Nation holen dann ihren Auftritt nach – und das Jubiläum bringt sicher noch Einiges mehr.
Autor: Matthias Irrgang