Festivalbericht - Festival-Mediaval 2025 - Samstag

Auch der zweite Tag begann in Selb mit Sonnenschein und mit dem Newcomer Award in der Kategorie „Rock“. Wir bekamen gerade noch den Rest von DTORN aus Leipzig mit und stellten fest, dass sich der Award immer größerer Beliebtheit erfreut, denn der Platz vor der vergleichsweise kleinen Theaterbühne war gut gefüllt. Sänger Thorsten war zu diesem Zeitpunkt mit Mikrofon im Publikum unterwegs und nahm Tuchfühlung mit den Leuten auf, was ziemlich gut ankam. Danach spielten noch Lykana und Bosparans Fall ihre Sets und dann blieb es bis zum Nachmittag spannend, denn die Verleihung des Awards gab es erst später.


Und weil es im vergangenen Jahr natürlich auch eine Gewinnerband gab, standen Totentanz Strumpfsockig auf der Schlossbühne, um den Tag zu eröffnen. Die Band hatte sich letztes Jahr eine Menge neue Fans erspielt und so warteten auch schon viele Leute auf den Gig. Vielleicht kennen die Liebhaber von Minimalelektro einige Bandmitglieder vom Projekt Nichts, aber die Folkvariante Totentanz Strumpfsockig ist auch hörens- und sehenswert. Frontfrau Nina, gut zu erkennen an ihrem hohen Iro und den geringelten Socken, führte souverän durchs Set, das gefüllt war mit Dudelsack, Bass, zarten Harfenklängen und Ninas beeindruckendem Spiel auf der japanischen Shakuhachi-Flöte. Außerdem kann die Sängerin mit einer wandlungsfähigen Stimme punkten und so wurde es kurzweilig. Zwischendurch tanzte und hüpfte Nina durch den Fotograben, insgesamt genoss die ganze Band den Auftritt sehr. Und die Fans vor der Bühne taten es ihnen gleich, es gab jede Menge tanzende Menschen und viele Interessierte, die die Band vielleicht noch nicht kannten. Alles in allem ein guter Start in den Samstag!


Während An Erminig und Deus Vult auf den Hauptbühnen ihr Können unter Beweis stellten, schlenderte ich (Billie) übers Gelände, verquatschte mich ganz klassisch mit Freunden, Händlern, Handwerkern und Pressekollegen und bestaunte die Artisten und Künstler, die neben den musikalischen Hotspots das Publikum begeisterte.


Der Jubiläumsauftritt von Heiter bis Folkig, anlässlich des 20. Bühnengeburtstags der Formation, hatte dann wieder ein hohes GastmusikerInnenaufkommen im Gepäck. Neben ehemaligen Bandmitgliedern waren unter anderem Sarah und Mi (aka Saitenweise), Judith von PurPur und Ella Zlotos mit von der Partie, um gemeinsam mit dem Publikum die Trink- und Tanzlieder von Heiter bis Folkig zu zelebrieren. Es wurde also regelmäßig ein Toast ausgesprochen, viel gelacht und noch mehr getanzt. Wir gratulieren an dieser Stelle noch einmal nachträglich zum Bandjubiläum!


Es sollte ein besonderes Konzert folgen, denn die Letzte Instanz, die sich aktuell auf Abschiedstour befanden, wollten sich natürlich auch von Selb und dem FM verabschieden. Vor der Bühne hatten sich viele Fans versammelt, um diesen Auftritt gebührend zu feiern. Holly Loose und seine Band waren sicherlich aufgeregt, aber nichtsdestotrotz glücklich über die Menge vor der Bühne. Und so wurde es ein würdiger Abschied mit einer Setliste quer durch die Banddiskografie. Vor und auf der Bühne wurde gesprungen, gesungen, geklatscht und viel gute Stimmung auf den Goldberg gebracht. Viel zu schnell war die reichliche Stunde Spielzeit vorbei, zum guten Schluss verneigte sich die Letzte Instanz vor den Zuhörenden und verabschiedete sich mit lachenden Gesichtern, aber bestimmt auch einer Träne im Augenwinkel, vom Festival-Mediaval.

Direkt im Anschluss wurde der Goldene Zwerg in der Kategorie Rock an Bosparans Fall und ihr an das Pen und Paper-Rollenspiel „Das Schwarze Auge“ angelehnte musikalische Konzept verliehen. Die junge Formation wird also 2026 auf dem Goldberg dabei sein und einen der Festivaltage eröffnen. Gratulation an dieser Stelle von uns!


Jetzt wurde es ein bisschen hektisch, denn Qntal wollte ich (Billie) unbedingt von Anfang bis Ende sehen. Also schnell hinunter zur Burgbühne und gespannt warten. Qntal wurden in Selb von Sängerin Elisabeth Pawelke begleitet, die ihr vielleicht noch als eine der Stimmen von Faun in Erinnerung habt. Was soll ich sagen, das Publikum hatte große Erwartungen und wurde nicht enttäuscht. Die glasklaren Stimmen von Syrah und Elisabeth klangen über das Gelände, die elektronischen Akzente in den mittelalterlich angehauchten Liedern und Gedichtvertonungen versetzten die Menge fast sofort in Bewegung und so tanzten alle zu Track wie „Quit et Deus“, der Remixversion des Titels „Frühling“, „Ecce Gratum“ und natürlich den Klassikern „Palestinalied“ und „Ad Mortem Festinamus“. Beeindruckend war auch der Obertontongesang des mongolischen Mussikers Naraa, der die „Winterly Waves“ einleitete. Zu „Black Byrd“ hatten Qntal die Künstlerin Beatrice Baumann als Gast auf der Bühne, die in einem eindrucksvollen Kostüm die Musik in Tanz umsetzte. Ganz ohne Zweifel war dieses Konzert eines der Highlights des Wochenendes!


Den Abschluss auf der Schlossbühne bildeten an diesem Abend die Italiener von Wind Rose. Die Band, deren optisches und musikalisches Konzept auf den Zwergen aus Tolkiens „Herr der Ringe“ beruht, wurde ungeduldig von vielen Fans erwartet. In den ersten Reihen waren unzählige aufblasbare Spitzhacken zu sehen, die von der Menge in die Luft gereckt wurden. Und auch wenn Powermetal nun nicht so unser Genre ist, waren die Show, die riesigen Rüstungen und die gute Laune, die die Band verbreitete, wirklich unterhaltsam. Frontzwerg Francesco forderte die Fans immer wieder zum Mitklatschen und Singen auf, stellte sich mit wehenden Haaren in Pose und genoss den Applaus, während seine Mitmusiker die Bühne in einen Hexenkessel an Spielfreude verwandelten. Alle vier hatten meist ein freches Grinsen im Gesicht und hatten ihren Freude an all dem.

Uns war das Ganze nach einer Weile dann aber doch zu viel. Wir überließen den feiernden Fans das Feld und steuerten unsere Unterkunft an, um uns auszuruhen. Der Tag war lang und voll mit tollen Eindrücken und Begegnungen und schließlich wartete auch noch der Sonntag auf uns.

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Autor: Billie


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